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Warum Yogis im Winter nicht krank werden (sollten).

Yogis sind niemals krank, immer gut gelaunt und total ausgeglichen. Ach ja und sie trinken nur Green Smoothies im Winter und zwar ausnahmslos alle. Soweit das Klischee…

Ich bin ein Yogi, genauer gesagt eine Yogini, wie das weibliche Pendant dazu ist. Nicht nur das, ich bin sogar Yogalehrerin. Und das seit tatsächlich drei Jahren. Dieser Beitrag, den ich heute verfasse, ist ein komplettes Eigentor für mich. Denn ich sitze gerade auf meiner Couch mit dem Laptop auf dem Schoß, verstopfter Nase, Kopfschmerzen und Husten. Was hab ich falsch gemacht? Ich bin ein Yogi! Die Gesellschaft erwartet, dass Menschen, die regelmäßig Yoga machen, einfach gesünder sind als andere. Sowohl psychisch als auch physisch.

Doch erst jetzt wird mir wieder bewußt, was es für tolle Werkzeuge im Yoga gibt, die uns vor Erkältungen schützen, die ich wieder mal so lange nicht beachtet habe.

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Nasenspülungen und Zungenschaber

Ich muss sagen, dass sich mein Leben mit Yoga definitiv verändert hat. Ich hatte einen Bandscheibenvorfall vor einigen Jahren im Lendenwirbelbereich. Auch wenn ich einige Asanas nicht so machen kann, wie andere, besonders die Rückbeugen, bringt es mir sehr viel, dass ich sie überhaupt mache. Doch Yogi sein, bedeutet nicht nur Asanas machen. Alles ist YOGA. Der Umgang mit anderen Lebewesen, ihnen kein Leid zuzufügen (AHIMSA) oder auch der Umgang mit sich selbst (NIYAMA).

Zum Niyama zählen zum Beispiel die Kriyas, das sind Reinigungsübungen für unseren Körper. Gerade im Winter sind sie die Basis, uns vor Erkältungen zu schützen. Nasenspülungen sind mittlerweile jedem bekannt. Es gibt die stylischen Yoga-Netikännchen –  oder die handelsüblichen Nasenduschen aus der Apotheke. Der Effekt ist der gleiche: sie machen die Nase frei. Der gesamte Nasenbereich wird von innen entspannt und gereinigt: Schleim, Staub, Schmutzpartikel, selbst Pollen werden sanft heraus gespült. Im Frühjahr kann es also erheblich zur Verbesserung der Allergiebeschwerden beitragen. Nasenspray macht die Nase auf Dauer trocken, und kann im schlimmsten Fall die Nasenschleimhaut komplett zerstören. Nasenspülungen schützen sie. Regelmäßig angewendet haben Keime und Bakterien, die Schnupfen verursachen können, keine Chance mehr. Man spült sie immer gleich weg.

Ein weiteres tolles Mittel, Erkältungen vorzubeugen, ist der Zungenschaber. Zugegeben er sieht etwas seltsam aus, aber er ist aus dem ayurvedischen Reinigungsritual nicht mehr wegzudenken. Dieser kleine Schaber aus Edelstahl fängt da an, wo Zahnbürste und Mundwasser aufhören. Die beste Zeit ihn anzuwenden ist morgens nach dem Aufstehen. Der Körper entgiftet sich über Nacht, im Darm schlummernde Toxine gelangen über die Speiseröhre auf unsere Zunge. Sie können sogar Zahnbelag fördern. Die Anwendung ist ganz einfach. Nach dem Zähneputzen mit sanftem Druck den Zungenschaber von hinten nach vorne über die Zunge ziehen. Es ist erstaunlich, wieviel Belag da zusammen kommt. Den Schaber spült man dann unter warmen Wasser ab und wiederholt das Ganze zwei bis drei Mal. Wer möchte, kann im Anschluss noch mit einem EL Sesamöl ca. fünf Minuten den Mund spülen. Das sogenannte „Ölziehen“ soll besonders bei Zahnfleischrückbildung und Erkältungen gut sein, denn es spült alle Krankheitserreger und Giftstoffe aus. Ist aber zugegebenermaßen etwas eklig.

Feueratmung beugt Erkältungen vor

Als drittes Kriya möchte ich die Feueratmung Kapalabhati vorstellen. Diese Atmung kommt aus dem Kundalini-Yoga und sollte anfangs recht vorsichtig durchgeführt werden. Schwangeren wird generell davon abgeraten. Kapalabhati reinigt Lungen, Stirnhöhlen, Nebenhöhlen und die Atemwege. Außerdem stärkt es das Nervensystem, reinigt unser Blut und fördert die Verdauung.

Anleitung:

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  • setz dich gerade hin, die Augen sind geschlossen, die Hände ruhen auf den Knien
  • mache 5 – 8 lange tiefe Atemzüge
  • dann atme zu 2/3 ein und stoße die Luft in 20 – 50 Atemzügen kraftvoll aus dem Bauch wieder aus
  • stell Dir vor, du möchtest durch deine Nasenlöcher Kerzen ausblasen
  • dann mach eine Pause, atme 5 – 10 mal wieder tief
  • wiederhole das ganze drei Mal
  • du kannst dich auch langsam steigern, erst 20, dann 30 und dann 50 Atmenstöße
  • mache diese Übung nicht direkt nach dem Essen oder während der Menstruation

Höre dabei auf deinen Körper. Wenn du dich unwohl fühlst dabei, brich ab und versuche es später noch einmal in Ruhe.

Nun, wo ich mir all diesen wunderbaren Hilfsmittel wieder ins Gedächtnis gerufen habe, werde ich sie hoffentlich öfter wieder anwenden und mit gutem Beispiel vorangehen. Denn nur zu wissen, was helfen könnte, hält mir die Grippeviren auch nicht vom Leib.

Gute Besserung an alle Schniefnasen!

 

 

Comments: 2

  1. Sabine says:

    wie schaffst Du es bis zu 50 mal Luft aus der Nase zu stoßen. Ich schaffe gerade mal 10 :(

    • Liebe Sabine, einatmen dabei nicht vergessen. Das erfolgt aber nur kurz und passiv. So schaffst du es auf irgendwann auf 100 😉