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Südfrüchte im Winter weglassen!

Hast du dich mal gefragt, warum du trotz der täglichen Obstration von Orangen, Kiwis, Mangos und Zitronen im Winter eine Erkältung bekommst? Du müsstest doch nur so strotzen vor Gesundheit bei soviel Vitamin C!

Unser Körper ist unfassbar klug. Man kann ihm nicht bei 2 Grad Celsius Außentemperatur durch eine Orange erzählen, er würde sich in der Südsee befinden. Nein, darauf fällt er nicht rein. Wenn die Tage kühler werden, schaltet unser Körper in den Wintermodus. Und genau wie du dann auch nicht in Flip Flops durch die Straßen läufst, sondern dich dem Klima mit gefütterten Stiefeln anpasst, will unser Körper eben auch nicht mehr die Lebensmittel vom Sommer essen. Er will auch etwas wärmendes. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt jeden Tag heiße Suppe essen müssen. Es gibt auch andere Lebensmittel, die von Innen wärmen.

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Yin und Yang nutzen

Viele Lebensmittel helfen den Menschen zu den Jahreszeiten und an den Orten, wo sie wachsen. Südfrüchte, die in einem heißen Klima (=Yang) wachsen, sind in ihrer thermischen Wirkung kalt  (=Yin). Mit ihrer kühlenden Wirkung schaffen sie es, die Menschen in dieser Gegend abzukühlen. Die Hitze wird nach außen geleitet. Essen  wir in einer Yin-Jahreszeit, wie dem Winter, also Südfrüchte, kühlt sich unser Körper ebenso ab. Wenn wir dazu noch mit äußerer Kälte zu kämpfen haben, schwächt das unsere Abwehr und macht uns empfindlich für eindringende Kälte. Wir sollten also im Winter Nahrungsmittel zu uns nehmen, die yanghaltig sind, d h. dem Körper Wärme zuführen, um ihn widerstandsfähiger gegenüber der Kälte zu machen.

Sind wir allerdings schon geschwächt durch Fieber, dann wiederum kann eine Zitrone dabei helfen, die innere Hitze (also das Fieber) auszuleiten. Pfefferminztee ist ein ebenso yinhaltiges Getränk. Denn in der Wüste hilft es den Menschen die Hitze auszuhalten. Hierzulande sollte man im Winter dann eher auf Hagebutten- oder Fencheltee zurückgreifen. Aber auch Grün- und Kräutertees sind yanghaltig.

Vollkorngetreide ist eine Quelle des Qi, da es ausgeglichen ist und den Körper harmonisiert. Das kann man also das ganze Jahr über essen.

Du musst aber keine Angst haben, dass du nun keine Green Smoothies mehr trinken kannst. Es kommt nur darauf an, was rein kommt. Tomaten, Gurken, Paprika und Zucchini wachsen bei uns im Sommer und wirken kühlend auf den Körper. Die solltest du meiden, denn wir wollen unseren Körper ja wärmen. Apfel geht immer, dazu passt Feldsalat oder auch Grünkohl, vielleicht etwas Zimt oder Honig dazu. Auch Wildkräuter kannst du immer mit reinmischen. Übrigens ein großer Vitamin C Lieferant im Winter ist die Petersilie. Probiere einfach mal durch. Du wirst schon deinen Lieblings-Wintersmoothie finden, der dich wärmt.

Das ist übrigens mein Lieblingswintersmoothie, sehr simple und doch lecker:

IMG_1162Apfel-Salat

  • ein Apfel
  • eine handvoll Salat (Feldsalat, Kopfsalat, kann auch ein Mix sein)
  • etwas Wasser
  • ein halber TL Zimt

 

Wenn man mehr von den wärmenden Nahrungsmitteln zu sich nimmt, ist gegen die eine oder andere Orange oder Mandarine sicher nichts einzuwenden. Denn gerade zur Weihnachtszeit schmecken die doch so lecker und gehören, wenn auch fälschlicherweise, irgendwie dazu.

Wenn du mehr über die Yin und Yang Ernährung wissen willst, hier ist eine Liste für yin- und yanghaltige Nahrungsmittel.

 

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Übrigens:

Als ich meiner Mutter geraten hatte, im Winter eher saisonale und möglichst auch regionale Produkte zu essen, sagte sie:

„Also wie zu DDR-Zeiten, na toll! Was hatten wir uns auf die Bananen gefreut!“

Ja, was waren wir DDR Kinder gesund! 😉

Comments: 1

  1. Hannah says:

    Das Orangen und Mandarinen sehr abkühlend wirken war mir schon bewusst seit ich mich mit der Ernährungslehre der TCM beschäftigt habe. Doch habe ich mich auch gefragt warum die Zitrusfrüchte in Italien und Spanien im Winter reif werden, denn da ist es ja dann auch nicht sooo warm.
    Man kann die Wirkung etwas abmildern indem man Zimt darauf streut oder/und ein Kompott daraus kocht.