route Spanien

Im Wohnmobil durch Spanien – Route und Stellplätze

Als die Sommerferien meiner Tochter vor der Tür standen, war klar: Wir hauen ab! Nach Spanien! Und zwar die gesamten sechs Wochen mit dem Wohnmobil. Da ich momentan mein ortsunabhängiges Onlinebusiness aufbaue, konnte ich mir das erlauben. Ich brauchte nur Internet. Das sollte irgendwie funktionieren.

Erste Etappe: die Provence

Da ich schon immer fasziniert war von den wunderschönen Lavendelfeldern der Provence und wir sowieso durch Frankreich mussten, war klar: Das nehmen wir mit! Und wenn wir dann schon so nah an der Côte d´azur sind, fahren wir da auch gleich noch durch.

19601069_10213438608060091_9198803985446947262_nWir starteten in Heilbronn bei Freunden. Der erste Stellplatz in Frankreich war in Nuits-Saint-Georges, bei Dijon in der Nähe. Kostenlos, dafür aber mit Wasser zum Auffüllen. Am nächsten Tag geht es weiter nach Montélimar, der Nougatstadt. Dort gibt es das „weltberühmte“ weiße Nougat. Wir haben es gekostet. Nicht meins, also weiter. Aber von dort startete die wunderschöne Lavendeltour nach Nyons. Rechts und links waren die duftenden Felder. In Nyons haben wir einen Stellplatz, der eigentlich 10 € kosten sollte, aber die Schranke war kaputt, also konnte man kostenlos stehen. Der Ort an sich ist wirklich niedlich. Da lohnt es sich auch gern einen Tag länger zu bleiben. Wir fahren aber weiter Richtung französische Küste. Marseille ist das Ziel. In Sausset-les-Pins finden wir wieder einen kostenlosen Stellplatz, ganz in der Nähe vom Meer. Marseille ist eine tolle Stadt, wir haben sogar einen Parkplatz in einer Tiefgarage bekommen. Für 17,20 € für 2 Stunden (autsch!) Aber es ist in Großstädten einfach kaum möglich einen Parkplatz für ein Wohnmobil zu bekommen. Das sollte ich während der Reise noch lernen.

Zweite Etappe: Katalonien

Von Marseille aus fuhren wir immer an der Küste entlang nach Katalonien. Ich war so froh als wie die spanische Grenze passierten. Ich liebe dieses Land! Im ersten größeren Ort, Roses machten wir Halt.

camping stellplatzWir hatten einen großen Stellplatz, in der Nähe eines Industriegebiets, mit Blick auf´s Meer und abends zog eine riesengroße Schafsherde an unserem Wohnmobil vorbei. Das war lustig! Damit hätte ich nie gerechnet. Wir waren umzingelt von Schafen. Leider weiß ich nicht mehr genau, wo der Platz war. Aber in und um Roses gibt es sehr viele kostenlose Stellplätze, auch direkt am Meer.

 

 

Am nächsten Morgen ging es für uns weiter nach Lloret de Mar und Pineda de Mar. Wir hatten irgendwie Lust auf einen Campingplatz und fanden auch einen tollen. Für einen grandiosen Preis. 20 € pro Nacht, (Ringsrum war fast nichts unter 40 € zu bekommen!) alles inklusive, sogar W-LAN. Ich glaube die konnten uns gut leiden. Weil es da so toll war, blieben wir vier Tage. Zwischendurch sind wir mit dem Zug nach Barcelona rein gefahren. Mit dem Wohnmobil wäre es sicher Hölle gewesen. Das haben wir dann wenig später schon erlebt, als wir nur auf der Autobahn durch Barcelona mussten, um weiter Richtung Valencia zu fahren.

Camping spainBei Torreblanca fanden wir einen traumhaften Platz, an dem wir, bis auf einen weiteren recht weit entfernt geparkten Camper, ganz alleine standen. Wunderschön ruhig. Mit Meeresrauschen und dem Zirpen der Grillen einzuschlafen, war großartig.

Dritte Etappe: Andalusien oder der tollste Arbeitsplatz der Welt

Camping AlmerimarWeiter ging unsere Reise nach Andalusien. Endlich! Ich habe mich sehr auf diese Region gefreut. In Almerimar, nahe Almería hatten wir einen Stellplatz wieder direkt am Strand. Allerdings nicht ganz so allein wie zuvor. Er war tatsächlich sehr voll, aber näher am Strand stehen, ging nicht. Außerdem hat man für 10 € das komplette Programm bekommen, mitten in der Saison. Für die Duschen musste man zwar einmal durch den Ort gehen, aber der ist recht niedlich. Man läuft am Hafen entlang. Das haben wir gerne in Kauf genommen. Wäsche waschen inkl. Waschmittel für 1 €! Wo gibt´s das schon? Sogar WLAN gibt es für 3,50 € am Tag. Also saß ich in unserem Wohnmobil, schrieb meine Onlineartikel und blickte aufs Meer. Es gibt wahrlich schlimmere Arbeitsplätze, dachte ich.

Nacgibraltar Affeh zwei Tagen Erholung ging es für uns weiter nach Gibraltar. Mit einer Überraschung! Bis zu dem Tag wusste ich nicht, dass Gibraltar zu Großbritannien gehört und man durch eine Passkontrolle muss, um in diese Stadt zu gelangen. Sehr kurios. Aber allein schon wegen der frei lebenden Berberaffen ein Muss, wenn man in der Gegend ist. Der Stellplatz an sich war auch ok. Wieder direkt am Hafen. Sehr ruhig.

In nur einer Stunde ist man von Gibraltar dann in Tarifa, dem spanischen Surfermekka auf der iberischen Halbinsel. Es führt eine Bergstraße von etwa 20 Kilometern bergab nach Tarifa. Am Mirador del Estrecho hat eine spektakuläre Aussicht auf die Küste und bei guter Sicht auch bis Marokko. Ich habe beim Runterfahren schon geschwitzt, allein beim Gedanken diese steile Straße wieder hoch fahren zu müssen. Viele Wohnmobile können hier die Steigung tatsächlich nur im zweiten Gang mit lautem Motorgeräusch schaffen. Und das auf 20 Kilometer? Oh Graus!

Tarifa levanteIn Tarifa angekommen, lernten wir gleich den Levante kennen. Nein, das ist kein cooler Typ, der an der Bar arbeitet. Der Levante ist ein ziemlich krasser Ostwind mit Spitzen bis zu 75 km/h. Das freut alle Profisurfer. Aber für jemanden wie mich war es doch zu doll. Das Wohnmobil schaukelte wie ein Boot. Ich hab kein Auge zugemacht in der Nacht, weil ich immer dachte wir kippen gleich um. Wir fuhren direkt weiter nach Cadiz und gaben Tarifa eine zweite Chance als der Poniente zurück war. Das ist der zwar etwas kühlere Westwind, dafür hat er nur Windstärken zwischen 2 und 5. Und da lernten wir Tarifa lieben. Unser Stellplatz war die bekannte Schweinewiese.

Tarifa valdevaquerosWenn man gerne alleine steht, dann ist dieser Platz nicht sehr geeignet. Zumal die Zufahrt schon abenteuerlich ist. Schlaglöcher ist weit untertrieben. Es sind teils tiefe Gräben, die man da passieren muss. Mit tiefer gelegten Autos undenkbar. Aber wenn man eine liebe Community, wie wir sie fanden, hat, dann steht man dort sehr schön. Mit gemeinsamen Grillen und Feiern verschiedener Nationen. Es hatte etwas sehr familiäres.

Letzte Etappe: Der Rückweg – 10 Tage für 2.700 km

Nach einer Woche Tarifa, einem Ausflug nach Marokko und einer großartigen geschützten Whale Watching Tour mussten wir wieder den Heimweg antreten, denn es lagen 2.700 Kilometer vor uns und die wollten wir nicht am Stück runter rattern. Bei im Durchschnitt 80 km/h wäre das sowieso nicht drin gewesen.

camping spain wildUnser Rückweg ging über Sevilla. Tolle Stadt aber mit über 40 Grad viel zu heiß um anzuhalten. Also schnell weiter. Wir hatten in der Nähe von Santiago del Campo weiter landeinwärts einen wunderschönen Stellplatz gefunden, an einem Stausee.

Außer uns war niemand da. Es war unglaublich. Mitten im Sommer, 45 Grad und den See für sich alleine haben!

Am nächsten Morgen ging es nach Valladolid. Direkt ins Zentrum. Denn wir brauchten einen Supermarkt und Internet. Kurz vor Ende der Reise beschloss ich eine Karte zu kaufen, um ins Internet zu kommen. Hätte ich früher gewusst wie viel günstiger und schneller dieses Internet ist, hätte ich es von Anfang an gekauft. 7 GB für 20 € von Vodafone. Funktioniert wie eine Prepaidkarte, die du monatlich aufladen kannst. Und mit 7 GB kommt man schon ein kleines Stück.

Unsere letzte Station in Spanien war San Sebastian im Baskenland. Wir waren positiv überrascht, eine wirklich wunderschöne Stadt. Der Stellplatz ist ca. einen Kilometer vom Meer entfernt. Kann man eigentlich gut zu Fuß laufen. Nur Wäsche waschen würde ich dort nicht. Für eine Maschine will der ECO Waschsalon 6 Euro. Das haben wir in Spanien und deutlich günstiger erlebt.

surfing France Jetzt ging es nach Frankreich. In Capbreton am Atlantik hatten wir, bevor es Richtung Deutschland weiter ging, einen fantastischen letzten Stellplatz am Meer. In der Saison kostet der Platz 16 Euro. Aber man hat Strom, Wasser, Toiletten, Strandduschen und das wichtigste -> STRAND! Besonders wenn man Surfer ist. Es ist ein absolutes Paradies für Wellenreiter. Nur Baden ist nicht so einfach dort, auf Grund der teils sehr hohen Wellen und der Strömung. Aber den Surfern zuzuschauen, ist auch klasse. Hier hätten wir gerne noch die eine oder andere Nacht verweilen können. Aber ehrlich gesagt in der Hochsaison macht es nicht so viel Spaß. Man steht schon sehr eng nebeneinander und wenn man, wie wir, einen rücksichtslosen Nachbarn hat, dann hebt das nicht unbedingt die Stimmung. Lieber den Juli und August komplett meiden.