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Höhlenleben auf La Palma – Glücklich im Einklang mit der Natur

Judit (Mitte) mit uns im Garten vor der Höhle
Judit (Mitte) mit uns im Garten vor der Höhle

Als ich darüber nachdachte ein Buch oder einen Blog über alternatives Leben zu schreiben, kam mir sofort René in den Sinn. Er lebte mit seiner Freundin Judit auf La Palma in einer Höhle. Das ganze Jahr über hat die Kanareninsel angenehme Temperaturen. Im Sommer nie zu warm und im Winter nie zu kalt. Die Inseln des ewigen Frühlings werden sie genannt.

René lebt seit gut zehn Jahren in Spanien, kommt ursprünglich aus Argentinien. Als ich ihn vor einigen Jahren kennenlernte, wohnte er noch gut situiert in einer Altbauwohnung in der Nähe der Sagrada Familia in Barcelona und hatte einen Vollzeitjob als Tätowierer. Nebenbei machte er Musik. Ein Künstler eben. Irgendwann hielt er das katalanische Großstadtleben nicht mehr aus, Barcelona im Winter ist auch nicht sehr angenehm. Die wenigsten Altbauwohnungen haben Heizungen und sind dadurch meist sehr feucht. Die Wäsche kann nicht trocknen. Es ist verrückt, manche Wohnungen sind so feucht, dass sich das Zeitungspapier zu wellen beginnt nach wenigen Stunden. Die Bettwäsche und einfach alles war klamm. Ständig waren er und seine Freundin Judit krank. Sie beschlossen auf die Kanaren zu ziehen.

Zuerst versuchten sie es auf Lanzarote, doch wie René sagt, konnte er sich mit der Insel nicht so recht anfreunden. In der Tat hat jede Insel ihre eigene Energie und die passt nicht zu jedem. Sie zogen weiter nach Fuerteventura. Da gefiel es ihnen anfangs besser. In Corralejo hatten sie eine nette kleine Wohnung am Strand. Judit, die eigentlich Kindergärtnerin ist, arbeitete im Tierschutz und René versuchte mit seiner Musik über die Runden zu kommen. Er spielte auf Märkten, auf der Straße und gründete sogar eine kleine Theatergruppe. Durch den intensiven Kontakt zur Musik und die freie und wilde Natur Fuerteventuras fand René auch immer mehr Zugang zur Spiritualität. Und das drückte sich besonders in seinem Äußerem aus. Aus dem gutaussehenden Stadtjungen aus Buenos Aires ist mittlerweile ein langhaariger, bärtiger Mann geworden, der etwas an Jesus erinnerte. Nicht, dass er nicht immer noch gut aussah, nur halt recht verändert. Seine Familie sorgte sich etwas um ihn, hatte Angst, dass er in eine Sekte gekommen wäre. Doch René war wohl mehr er selbst, als er jemals war.

Aber er und auch Judit, die gebürtige Katalanin ist, fanden noch immer keine entgültige Erfüllung auf der kargen Insel Fuerteventura. Sie fühlten sich nicht wohl in dem System. Alles sei so oberflächlich und materialistisch. Nach einem kurzen, wieder unerfüllten Stop auf Gran Canaria saßen sie letztendlich mit ihren drei Hunden auf der Fähre nach La Palma. Keiner von ihnen war jemals auf dieser Insel gewesen. Sie kannten niemanden dort. Und doch waren sie voller Hoffnung. La Palma, die Aussteigerinsel. Neben La Gomera leben hier die meisten Hippies. Die Mehrheit wohl deutsch, jedenfalls sagen das René und Judit und auch meine Recherche hat kaum einheimische Hippies ergeben. Der erste Eindruck der beiden Aussteigerwilligen war äußerst positiv. Nach der dürftigen Landschaft der letzten Inseln, musste dieses viele Grün eine einzige Wohltat für ihre Augen gewesen sein. Sie hatten sich verliebt. Aber aller Anfang ist auch auf La Palma schwer. Die erste Zeit lebten sie in ihrem Bus, einem VW LT 28. Doch mit drei großen Hunden wurde das schnell sehr unbequem. Arbeit fanden sie anfangs auf einem Campingplatz. Judit betreute dort zu meist deutsche Kinder. Sie spricht zwar selbst kein Wort deutsch, aber Kinder können sich eben auch anders verständigen. René verdiente sich wieder Geld durchs musizieren.

Foto: Carolina Puerta
Foto: Carolina Puerta

 

 

 

Eines Tages als sie die Insel erkundeten, stießen sie im Nordwesten auf eine Höhle. Sie lag wunderschön in einem grünen Tal und weit ab von der Zivilisation. Sie war unbewohnt, dennoch sah man, dass sie mal jemandem gehörte. Überall lag Müll und andere Sachen. Trotz des schlechten Zustands konnten sich die beiden vorstellen, dort zu leben. Ohne Strom und zunächst auch ohne fließend Wasser. Sollte das die Erfüllung sein? Ein Leben wie damals vor Tausenden von Jahren? Kann das die Lösung sein? Zurück zum Ursprung?

 

 

Was René so glücklich macht an seinem Höhlenleben und wieviel Geld er jetzt wirklich noch benötigt, erfahrt ihr in diesem kleinen Video:

Willst du mehr Musik hören von René? Folge ihm auf YouTube!

 

Comments: 4

  1. Alina says:

    Toller Blog!! Ich bin super gespannt, was hier noch so alles kommt!!

    • katja says:

      Vielen Dank, liebe Alina!

  2. Jarae says:

    Ich werde auch über Winter auf La Palma sein. Kannst du mir vielleicht den Kontakt von diesen beiden Menschen geben?
    Das wär super lieb. Ich bin nämlich gerade auf der Suche nach alternativen Gruppen oder Menschen auf den Kanaren.
    Vielen Dank

    • Ich habe dir ihre Kontaktdaten per Mail geschickt. Liebe Grüße, wenn du sie siehst.